Drillisch und Telekom gehen ab sofort getrennte Wege

Die Deutsche Telekom hat die Zusammenarbeit mit Drillisch mit sofortiger Wirkung beendet

Es gibt Krach auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Die Telekom hat sich gestern fristlos von ihrem langjährigen Partner, der Drillisch AG, getrennt. Wie der Telekommunikationsriese bekannt gab, gäbe es starke Hinweise darauf, dass die Drillisch-Tochter Simply sich im laufenden Jahr unrechtmäßige Provisionszahlungen erschlichen hat. Dabei soll sie auch von anderen Tochterunternehmen der Drillisch AG unterstützt worden sein.

Sofortiges Ende der Zusammenarbeit

Für die Telekom ist dies Grund genug, die Kooperation ohne Aufschub zu kündigen. “Betrug dulden wir nicht und gehen konsequent dagegen vor”, sagte Manfred Balz, bei der Telekom für Datenschutz, Recht und Compliance zuständig. Nach Ansicht des Unternehmens hat die Drillisch-Tochter Simply bereits im Februar 2011 damit begonnen, Rufnummer für Scheinkunden zu aktivieren und den Partner so um Provisionen betrogen. Die Telekom habe deshalb Strafanzeige erstattet und eine Rückzahlung einer Summe in einstelliger Millionenhöhe verlangt.

Die Telekom vermutet außerdem, dass Simply die Unterstützung anderer Drillisch-Töchter erhalten hat. Da die Unternehmensführung der kleineren Ableger zudem teilweise identisch mit der des börsennotierten Mutterkonzerns sei, beendet die Telekom das Geschäftsverhältnis nicht nur mit Simply, sondern der ganzen Gruppe. Zu dieser gehören unter anderem Marken wie McSim, Telco, Phonex und maXXim.

Bestandskunden nicht betroffen

Bei der Drillisch AG hält man die Vorwürfe für aus der Luft gegriffen. Wie Unternehmenschef Paschalis Choulidis mitteilte, handele es sich beim Ende der Zusammenarbeit um eine fristgerechte Kündigung seitens Simply. Man habe in den letzten Tagen versucht, den Sachverhalt zu klären, hätte sich aber nicht einigen können. Deswegen wäre Simply zu dem Schluss gekommen, die Zusammenarbeit mit der Telekom aufzugeben.

Beide Unternehmen betonten, dass sich aus dieser Entwicklung keine Folgen für Bestandskunden ergeben werden. Die Telekom wird ihren Service auch weiterhin zur Verfügung stellen, neue SIM-Karten für das D1-Netz wird es bei der Drillisch AG und den dazugehörigen Marken allerdings nicht mehr geben.

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