Telekom droht sparsamen Xtra-Kunden mit Kündigung

T-Mobile Xtra-Card

Mit einer eher ungewöhnlichen Art der Kundenbetreuung macht derzeit die Telekom von sich reden. Prepaid-Kunden, die ihr Guthaben nach Meinung des Unternehmens zu lange nicht aufgeladen haben, droht man mit Kündigung, sollte sich daran nichts ändern.

Diese Praxis stößt nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei Verbraucherschützern auf Unverständnis.

Kündigung wegen zu geringer Nutzung

Die Umsätze der Prepaid-Sparte scheinen die Geschäftsführung der Telekom momentan nicht zufriedenzustellen. Anders ist es nicht zu erklären, dass der rosa Riese derzeit mit einer etwas rabiat anmutenden Methode versucht, Kunden zum Geldausgeben zu bewegen. Seit einiger Zeit werden Briefe an sparsame Besitzer einer Xtra-Card geschickt, mit der Aufforderung, die Karte wieder aktiver zu nutzen. Andernfalls würde sie gesperrt werden. Kurios ist, dass auch Kunden angeschrieben wurden, die noch über Guthaben verfügen.

Eben dieses Vorgehen hat den Verbraucherschutz Schleswig-Holstein auf den Plan gerufen. Dort ist man sich sicher, dass die Telekom mit dieser Drohung gegen die eigenen Vertragsbedingungen verstößt. Demnach werde den Kunden im Rahmen des Xtra-Vertrags eine zeitlich unbestimmte Nutzung zugesichert, sobald die SIM-Karte freigeschaltet ist. Die Nichtnutzung der Karte sei zudem nicht als Sonderkündigungsgrund anzusehen.

Bestehendes Guthaben muss ausgezahlt werden

Kunden, deren Xtra-Card bereits “ausgebucht” wurde, obwohl sich noch Guthaben auf der Karte befand, sollten auf die Rückzahlung des Betrages bestehen. Dazu sei die Telekom seit einem 2009 gefällten Urteil des Oberlandesgerichts Köln verpflichtet, so die Verbraucherschützer. Zudem haben Kieler Richter im April dieses Jahres festgestellt, dass Netzbetreiber bei der Auszahlung des Restguthabens keine Gebühren erheben dürfen.

In Schleswig-Holstein sucht man derweil den Kontakt zu Betroffenen, um den Missstand “mit Nachdruck verfolgen zu können.” Damit könnte eine Klage gegen die Telekom gemeint sein. Schon früher waren Verbraucherschützer gegen Netzbetreiber vor Gericht gezogen und hatten Erfolge erringen können.

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